Am 21. Februar 2026 konnten unsere Teilnehmenden bei unserem Fachkurs einen tieferen Einblick in die Welt der Moose im Weserbergland erhalten. Nach einer kurzen grundlegenden Einführung in die Gruppe der Moose sollten die Teilnehmenden zunächst verschiedene Moosarten nach Merkmalen in verschiedene Gruppen ordnen. Im Anschluss wurden die Ergebnisse dieser ersten Praxisaufgabe dafür genutzt, die grobe Einordnung von Moosen im Gelände vornehmen zu können. Dazu stellte der Referent Jan Eckstein den Unterschied zwischen thallosen und foliosen Lebermoosen und akrokarpen und pleurokarpen Laubmoosen dar. Danach untersuchten die Teilnehmenden zwei verschiedene Moosarten und übten sich im genauen Erkennen, der für die Bestimmung entscheidenden Merkmale mit Hilfe eines Leitfadens, der Stereolupe und des Mikroskops.
Anschließend folgte eine kleine Geländeeinheit am Basberg. Gemeinsam erkundeten die Teilnehmenden verschiedene Lebensräume im Wald und erhielten einen Überblick über Moose im natürlichen und ökologischen Kontext. Dabei wurden auch Bestimmungsproben gesammelt.
Am Nachmittag wurden die gesammelten sowie vom Referenten mitgebrachten Proben unter Binokularen und Mikroskopen untersucht. Anhand charakteristischer Merkmale konnten verschiedene Moosarten bestimmt und mit den Bestimmungshilfen abgeglichen werden. In einer weiteren Einheit wurden zudem die Unterschiede innerhalb der Lebermoose erläutert.
Diverse Blicke auf Moosarten (Foto 1 und 2: © Karin Hänel), Unterwegs am Basberg (Foto 3: © Karin Hänel)
Am 28. Februar 2026 konnten unsere Teilnehmenden beim Fachkurs Kleinsäuger (Gewölle) einen Einblick in die Welt der heimischen Kleinsäuger erhalten. Zu Beginn des Kurstages vermittelte Referent Kay Fuhrmann in einem theoretischen Teil grundlegende Informationen über die in Niedersachsen vorkommenden Kleinsäugerarten. Dabei wurden Merkmale, Lebensweisen und Hinweise zur Bestimmung besprochen. Anschließend erklärte er die Methode der Gewöllanalyse und zeigte, welche Merkmale an Schädeln und Knochen für die Bestimmung der Arten entscheidend sind.
Im weiteren Verlauf des Tages arbeiteten die Teilnehmenden selbstständig mit bereitgestellten Gewöllen. Unter der Anleitung von Kay Fuhrmann und Oliver Nacke wurden die Gewölle vorsichtig zerlegt und die enthaltenen Knochenreste untersucht. Mithilfe von Binokularen, Bestimmungsschlüsseln und Literatur konnten die Schädel verschiedener Kleinsäugerarten betrachtet und bestimmt werden.
Der Kurs vermittelte grundlegende Kenntnisse über Kleinsäuger in Niedersachsen sowie praktische Erfahrungen in der Gewöllanalyse als wichtige Methode der Kleinsäugerforschung.
Zum Abschluss wurde die Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal besucht, um sich dort ein Bild von der Arbeit der Station zu machen. Im Anschluss bestand für Interessierte optional die Möglichkeit, am Abend nach Eulen zu suchen, den möglichen Produzenten der untersuchten Gewölle.
Untersuchung der Gewölle zur Kleinsäuger-Bestimmung durch den Referenten Kay Fuhrmann (Foto 1: © Oliver Nacke)
Nach dem ersten Frühlingserwachen ging es wieder auf’s Feld mit der Botanik-Übungsgruppe. In Begleitung mit Annette Heinzel ging es am Samstag, den 11.04.2026 in den Privatgarten der Baumschule Fechner, Rinteln. Staudenpflanzungen, Gehölze verschiedenster Art konnten betrachtet und das ein oder andere bestimmt werden.
Zur zweiten Etappe ging es zur Auenlandschaft Hohenrode. Dort führte Annette typische Gefäßpflanzen des Wegrains vor und erklärte auch teilweise deren Nutzung im medizinischen Bereich - sowohl Früher, wie Heute. Darunter waren der Spitzwegerich (Plantago minor), das Mädesüß (Filipendula ulmaria), oder das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis). Es wurde nicht nur auf deren taxonomische Bezeichnung eingegangen, sondern auch die Pflanzenfamilie und die dazugehörigen Bestimmungsmerkmale anhand der Funde untersucht.
Zum Abschluss der Runde wurde an der Aussichtsturm Rast gemacht. Dabei konnten auch die zur Brut zurückgekehrten Vögel beobachtet werden.
Am zweiten Termin der Übungsgruppe Pilze am 11. April 2026 ging es gemeinsam mit der Referentin Carina Süß auf den Schweineberg. Nach einer kurzen Einführung machte sich die Gruppe für rund zweieinhalb Stunden auf den Weg in den Wald. Dabei wurde teils eigenständig, teils unter Anleitung nach verschiedenen Pilzarten gesucht.
Viele Funde wurden direkt vor Ort unter die Lupe genommen und besprochen, andere Pilze in mitgebrachten Dosen und Körben gesammelt, um sie später genauer unter dem Mikroskop bestimmen zu können. Dabei wurde deutlich, wie stark das Vorkommen von Pilzen mit ihrem Lebensraum verknüpft ist. Besonders Totholz spielte eine wichtige Rolle. Hier konnten unter anderem Arten wie der Angebrannte Rauchporling gefunden werden. Auch Glimmertintlinge und der Kohlen-Kugelpilz wurden näher betrachtet.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Erkennen von Zusammenhängen zwischen Standort und Artenvorkommen. So wurde beispielsweise die Esche als wichtiger Hinweisbaum für Morchelbecherlinge genannt, ergänzt durch Faktoren wie kalkhaltige Böden und ausreichende Feuchtigkeit.
Da sich die Übungsgruppe über das gesamte Jahr erstreckt, konnten bereits Unterschiede zum ersten Termin im Januar festgestellt werden. Die Teilnehmenden bekamen so einen ersten Eindruck davon, wie sich das Pilzaufkommen im Jahresverlauf verändert. Insgesamt bot der Tag eine gute Gelegenheit, Artenkenntnis praktisch zu vertiefen und den Blick für Lebensräume zu schärfen.
Pilzsuche am Schweineberg (Foto © Antonia Wierig)
Von Freitag bis Sonntag fand am Albert-Einstein-Gymnasium in Hameln sowie am Basberg und Schweineberg unser Fachkurs Botanik statt. Dabei gaben die Referenten Rita und Frank Lüder den Teilnehmenden einen praxisnahen Einstieg in die Bestimmung von Pflanzen.
Der Freitag begann mit einem theoretischen Einstieg und der Arbeit am Binokular. Am Beispiel eines Kreuzblütlers wurde der Aufbau einer Blüte genauer betrachtet und mithilfe eines Rätselpfades grundlegende Merkmale zur Bestimmung vermittelt. Im Anschluss ging es direkt in den Schulgarten des Albert-Einstein-Gymnasiums, wo das Gelernte praktisch angewendet werden konnte. Dabei wurde deutlich, wie variabel Pflanzen in ihren Merkmalen sein können. Auch ein kurzer Exkurs zur Rolle von Pilzen im Ökosystem ergänzte den Einstieg.
Der Samstag startete zunächst mit einem theoretischen Teil und weiteren Bestimmungsübungen, bevor es zur Exkursion auf den Basberg ging. Neben verschiedenen Pflanzenarten konnten auch Baumblätter bestimmt und Besonderheiten wie die Bestäubungsstrategie des Aronstabs näher betrachtet werden. Am Nachmittag führte Sabine Rose durch das Gebiet des Schweinebergs und gab Einblicke in die Entwicklung und Bedeutung des Schutzgebietes.
Der Sonntag diente der Vertiefung. Anhand von Blättern und Korbblütlern wurden weitere Bestimmungsmerkmale erarbeitet und unter dem Binokular untersucht.
Insgesamt bot das Wochenende eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis und einen guten Einstieg in die botanische Bestimmung.
Hier geht es zu der Artenliste "Fachkurs Botanik 2026" auf NABU|naturgucker im Gebiet Schweineberg und Basberg.
Gemeinsame Suche am Basberg und Bestimmung von Pflanzen (Foto © Antonia Wierig)
Vom 8. bis 10. Mai 2026 fand am Humboldtsee in Salzhemmendorf-Wallensen das erste NABU-Biber-Bio-Blitz-Camp Deutschlands statt. Als echtes Citizen-Science-Projekt (Bürgerwissenschaft) konzipiert, war das Ziel der Veranstaltung, die biologische Vielfalt in einem jungen Biberrevier gemeinschaftlich zu erfassen.
Zum Auftakt am Freitag erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in dieses kooperative Bioblitz-Konzept sowie in die Rolle des Bibers bei der Gestaltung von Gewässer- und Auenlebensräumen. In einem Fachvortrag erläuterte Dr. Sara Schloemer, wie Biber durch Dammbau, Gehölznutzung und die Entstehung von Teichen neue Strukturen schaffen, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren können. Am Abend fanden erste Nacht-Exkursionen statt, bei denen unter anderem Fledermäuse mithilfe von Bat-Detektoren erfasst wurden.
Am Samstag arbeiteten die zeitweise bis zu 40 Teilnehmenden - eine engagierte Mischung aus Fachleuten und ehrenamtlichen Citizen Scientists – in verschiedenen Kleingruppen zu unterschiedlichen Organismengruppen und Lebensräumen. Untersucht wurden unter anderem Wasserorganismen, Pflanzen, Vögel, Insekten sowie Spuren von Säugetieren. Die Erfassungen konzentrierten sich insbesondere auf den Biberteich, die Dämme sowie die Übergangsbereiche zwischen Wasser und Ufer.
Besonders bemerkenswert war der Nachweis der Schwebfliege Sphiximorpha subsessilis, die in Deutschland als stark gefährdet gilt. Nach Einschätzung des Experten Klaus Kuttig steht das Vorkommen der Art in engem Zusammenhang mit den Aktivitäten der Biber. Die Larven entwickeln sich im Schleimfluss stark geschädigter Bäume – Strukturen, die außerhalb von Biberrevieren vergleichsweise selten entstehen und meist nur nach außergewöhnlichen Ereignissen wie Blitzschäden oder schweren Forstverletzungen vorkommen.
Die erhobenen Daten werden weiterhin über das Mitmach-Portal NABU|naturgucker dokumentiert und ergänzt. Die Artenliste des „Fachkurses Biber-Bio-Blitz-Camp“ bleibt damit auch über die Veranstaltung hinaus erhalten und kann fortlaufend durch weitere Citizen-Science-Beobachtungen erweitert werden.
Das Biber-Bio-Blitz-Camp zeigte eindrucksvoll den Wert von Citizen Science, indem es praktische Arterfassung, fachlichen Austausch und gemeinschaftliches Arbeiten im Gelände verband. Gleichzeitig machte die Veranstaltung deutlich, welche Bedeutung Biber für die Entwicklung strukturreicher Gewässerlebensräume und für die Förderung biologischer Vielfalt haben können.
Hier geht es zu der Artenliste "Fachkurs Biber- Bio- Blitz Camp" auf NABU|naturgucker.
Unter Beobachtungen findet ihr alle Einträge im Gebiet Biberrevier an der Saale.
Hier geht es direkt zu Damm 3 und Damm 4.
(Foto © Sandra Diersche-Schwamm)
Am 30. Mai 2026 fand unser Fachkurs Reptilien statt. Dabei vermittelte Referentin Ina Blanke den Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in die Lebensweise und Bestimmung heimischer Reptilienarten.
Der Kurstag begann mit einer Exkursion zu verschiedenen Lebensräumen, da die Bedingungen zur Beobachtung von Reptilien in den Vormittagsstunden bei noch nicht zu hohen Temperaturen besonders günstig sind. Auf Grünlandflächen, Verkehrsbegleitgrün und in einem Steinbruch wurden geeignete Lebensräume beurteilt und erste Beobachtungen im Gelände gemacht.
Foto © Britta Schleupner, Exkursion an der Weserbrücke in Hessisch Oldendorf
Dabei erhielten die Teilnehmenden praktische Hinweise zur Reptiliensuche.
Nach der Mittagspause standen zunächst die Theorie und die Bestimmung verschiedener Arten anhand mitgebrachter Exemplare im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden die in Niedersachsen heimischen Reptilienarten, darunter Waldeidechse, Zauneidechse, Blindschleiche, Kreuzotter und Nördliche Ringelnatter.
Anschließend ging es erneut ins Gelände, wo das zuvor erworbene Wissen praktisch angewendet und weitere Lebensräume untersucht wurden.
Insgesamt bot der Kurstag eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis und vermittelte den Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse zur Bestimmung und Ökologie heimischer Reptilien.
Zudem konnten an allen besuchten Standorten Reptilien nachgewiesen und mehrere Erstnachweise für die untersuchten Gebiete erbracht werden.
(Foto © Lisa- Marie Hille: Waldeidechse, Foto © Antonia Wierig Kursraum und Exkursion )